Die neue Werkstätten-Mitwirkungsverordnung (WMVO) – doch eine Mogelpackung?

WMVO_WebseiteTeilhabe ist wichtig. Teilhabe bedeutet, dass alle Menschen überall mitmachen und mitwirken können. Deshalb arbeitet die Politik aktuell an einem neuen Gesetz. Es soll Bundes-Teilhabe-Gesetz heißen. Es gilt ab 2017.

Mit diesem Gesetz soll es auch eine neue Werkstätten-Mitwirkungsverordnung geben. Man sagt auch WMVO dazu. Sie regelt in welchen Bereichen Werkstatt-Beschäftigte in der Werkstatt mit entscheiden und ihre Meinung sagen dürfen. Wir von der LAG WR NRW fordern, dass Beschäftigte in Werkstätten in möglichst vielen Bereichen wirklich mit entscheiden dürfen.

Zur WMVO gibt es einen Entwurf. Das ist noch kein fertiges Gesetz, aber eine erste schriftliche Idee dazu, zu der man seine Meinung sagen kann. Auf einer Klausurtagung in Bielefeld haben wir uns die neue WMVO sehr genau angesehen und darüber diskutiert. Wir wollen zum Beispiel nicht, dass die Werkstatträte in Diakonie und Caritas schlechter gestellt werden als bisher. Ohne eine eigene WMVO für diese Verbände würde das aber passieren.  Wir fordern auch, dass es überall Werkstatträte in Zweigwerkstätten gibt. Wichtig ist uns zudem, dass die neue WMVO dafür sorgen muss, dass alle Beschäftigten mitbestimmen und mitwirken dürfen. Das muss auch für die Menschen gelten, welche nicht geschäftsfähig sind. Wir wollen weiterhin, dass es in den Werkstätten durch die neue WMVO mehr Mitbestimmung in mehr Bereichen geben soll.

Gut finden wir, dass durch die neue WMVO mehr Fortbildungstage für Werkstatträte ermöglicht werden. Wir finden auch gut, dass durch die WMVO die Kosten für die Arbeit der Arbeitsgemeinschaften durch die Werkstätten übernommen werden sollen. Das waren nur einige Beispiele. Uns sind noch weitere Dinge aufgefallen.

Alle unsere Forderungen dazu haben wir aufgeschrieben. Die Stellungnahme kann hier als PDF-Datei auf dem Computer angesehen und gespeichert werden.

Klausurtagung_2016-02

Hier diskutieren wir bei einer Klausurtagung in Bielefeld über den Entwurf der neuen Werkstätten-Mitwirkungsverordnung (WMVO).

2 Kommentare zu Die neue Werkstätten-Mitwirkungsverordnung (WMVO) – doch eine Mogelpackung?
  1. Manuela Fritsche
    11. Mai 2016 um 18:48 Uhr

    Liebe Delegierten der LAG WR von Nord Rhein Westfalen, die Landesversammlung des diakonischen Werkstattrates unterstützt eure Stellungnahme zum Referentenentwurfs. Sie ist total entsetzt darüber mit welcher Begründung die diakonische WMVO außer Kraft gesetzt werden soll.
    Ist es eigentlich rechtskräftig etwas Bestehendes einfach zu kippen und die kirchlichen Einrichtungen zu entmündigen? Sollte der Entwurf wirklich so verabschiedet werden, dann wird wirklich Unzufriedenheit unter den Werkstatträten entstehen. Der Referentenentwurf hätte somit für die Werkstätten nur noch ein Alibi Funktion und nichts mit Teilhabe und Interessenvertretung auf Augenhöhe zu tun.
    Die Landesversammlung der diakonischen Werkstatträte fragt sich auch wie das Funktionieren soll, wenn es nur noch einen Werkstattrat geben wird unabhängig wie viel Zweigwerkstätten es gibt?
    Das ist doch keine Verbesserung , sondern zielt eher darauf ab, dass ein Kommunizieren miteinander sowie Transparenz nicht mehr erwünscht ist. Es wäre sehr wünschenswert , wenn sich auch die nicht kirchlichen Einrichtungen solidarisch zeigen und die Beibehaltung der kirchlichen Regelungen unterstützen. Setzt Euch auch dafür ein, eigene Regelungen mit der Geschäftsführung zu treffen, um mehr Rechte zu vereinbaren.
    Im Auftrag der Landesversammlung Frau Manuela Fritsche

    Antworten
    • Sehr geehrte Frau Fritsche,
      wir sehen den neuen Referentenentwurf ebenso kritisch, deswegen haben wir ja auch unsere Stellungnahme verfasst und haben sie an verschiedene Politiker weiter geleitet. Wir empfehlen Euch, dass Ihr noch mehr Druck über Eure Verbände aufbaut und Ihr Anschreiben an Eure Bundestagsabgeordneten schickt. So nach dem Motto: Je mehr, desto besser! Natürlich ist das keine Garantie dafür, dass sich dann noch was ändert, aber schlimmer wäre es völlig untätig zu bleiben.
      Mit freundlichen Grüßen
      Tanja Lohmeier
      Delegierte der LAG WR NRW


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