Werkstatträte fordern mehr Mitbestimmung

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Erste landesweite Konferenz in Münster

Münster 24.09.2013. Auf der ersten Konferenz der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte haben sich die 250 Teilnehmer/-innen für mehr Mitbestimmung der Beschäftigten mit Behinderung stark gemacht. „Wir möchten nicht nur ein Anhörungsrecht, wir möchten echte Mitbestimmung“, sagte der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft, Johannes Herbetz im Rahmen der Veranstaltung, an der auch Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, teilnahm. Um das zu ermöglichen, sei die Politik gefordert, die gesetzlichen Vorgaben in der Werkstätten-Mitwirkungsverordnung weiterzuentwickeln.

Die Versammlung, die im Landeshaus des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe tagte, verabschiedete einen „Münsteraner Appell“ und forderte das Land NRW auf, sich dafür im Bundesrat einzusetzen. Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention und der öffentlichen Debatte um Inklusion müsse insbesondere die Mitbestimmung von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz verbessert werden, so Herbetz weiter. Hier könnten die Werkstatträte als landesweit vernetzte Behindertenorganisationen eine Vorreiterrolle für andere Bereiche der Behindertenhilfe übernehmen.

Die Freie Wohlfahrtspflege NRW (AWO, Caritas, Der Paritätische, Diakonie, DRK und Jüdische Gemeinden) beabsichtigt, die Unterstützungsstrukturen für die Werkstatträte auf Landesebene weiter auszubauen. In einigen Wohlfahrtsverbänden sind bereits verbandseigene Richtlinien zur Werkstattmitwirkung entwickelt worden, die den Beschäftigten mehr Mitsprache in der Ausgestaltung der Werkstattarbeit ermöglichen.

In der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte sind 17 Werkstatträte aus unterschiedlichen Verbänden organisiert. Sie vertritt über 63.500 Beschäftigte in den 104 Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen. Der „Münsteraner Appell“ ist auf der Internetseite der Landesarbeitsgemeinschaft einsehbar.

Münsteraner Appell

Foto_Werkstattraete

Bildinformation: Teilnehmer der ersten Werkstatträtekonferenz in NRW:

In der hintere Reihe, von rechts: Matthias Münning, LWL-Sozialdezernent, Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW, Norbert Killewald, Behindertenbeauftragter NRW sowie Johannes Herbetz, Sprecher der LAG Werkstatträte NRW. Vorne links im Bild: Jürgen Linnemann, ebenfalls Sprecher der LAG Werkstatträte NRW.

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